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proseed Newsletter August 2011

proseed auf der Apple Worldwide Developers Conference 2011

Thomas Roth, Senior Software Developer, berichtet über die neuesten Apple-Trends

Vom 6. bis 10. Juni hat die Apple Worldwide Developers Conference  (WWDC) in San Francisco statt gefunden. Thomas Roth, Senior Software Developer und Apple-Experte bei proseed, war vor Ort und berichtet nun über seine Eindrücke und Erfahrungen, die er während der Konferenz gesammelt hat. Die proseed-Newsletter-Redaktion hat ihn dazu befragt.

www.apple.com

proseed-Redaktion: Wie hat Ihnen die Konferenz gefallen?

Thomas Roth: Es war beeindruckend. Rund  5.200 Teilnehmer aus aller Welt und etwa 1.000 Apple-Programmierer und Entwickler kamen auf der Konferenz zusammen. Mehr als 100 Vorträge wurden gehalten, etliche Workshops durchgeführt. Da hatte sich quasi das geballte Apple-Fachwissen versammelt. Für einen Apple-Fan wie mich das Größte. Und ich habe das Ganze natürlich auch genutzt, um mich für unsere Kunden auf den neuesten Stand zu bringen. Mit unserer ApfelweinApp haben wir ja ein erstes Tool entwickelt, das auf dem iPhone Verwendung findet. Diese wird auch in Kürze ein umfangreiches Update erfahren. Aber das soll ja nicht das letzte Tool gewesen sein.

proseed-Redaktion: Welche Neuheiten wurden denn bei der diesjährigen WWDC vorgestellt?

Thomas Roth: Es gab drei besonders wichtige Neuheiten, die ich kurz beschreiben möchte: die Betriebssysteme Mac OS X 10.7 Lion und iOS 5 sowie den Apple Dienst iCloud. Anders als in den Vorjahren hat Apple übrigens keine Hardware, wie zum Beispiel ein neues iPhone, angekündigt. Ich rechne aber damit, dass Apple im Laufe des Jahres noch Informationen zum neuen iPhone bekannt geben wird.

proseed-Redaktion: Was können Sie über die Neuheiten berichten, was ist besonders an OS X 10.7 Lion?

Thomas Roth: Das neue Desktop-Betriebssystem OS X 10.7 Lion ist der Nachfolger von Mac OS X 10.6 und bietet rund 250 neue Features. Das Hervorstechendste ist, dass sich die Entwickler des neuen Betriebssystems die Gestensteuerung und das Bedienkonzept bei iPhone und iPad abgeguckt haben. So heißt es jetzt Wischen statt Klicken, Touchpad statt Maus. Durch die verbesserte Unterstützung von Multi Touch Gesten, also dem gleichzeitigen Erkennen von mehreren Berührungen auf dem Touchscreen, der Full-Screen Anzeige und dem Launch Center wird alles gut überschaubar dargestellt. Das Launch Center ist vergleichbar mit dem Home Screen des iPhones: Alle Programme werden auf Tastendruck oder per Multi-Touch Geste sortiert angezeigt, so dass Programme nicht mehr über den Finder geöffnet werden müssen. Apple will mit der Software auch Neukunden den Umstieg von Windows auf Mac erleichtern. Denn OS X10.7 enthält eine sogenannte Helfer-Software, mit der Umsteiger ihre Daten automatisch vom alten Windows-PC auf den neuen Mac übertragen lassen können. Und noch eine Besonderheit: Mit den Funktionen AutoSave und Resume sorgt Apple dafür, dass Dokumente selbständig gespeichert werden, ohne dass man ständig zwischenspeichern muss. Und wenn man ein angefangenes Dokument zu einem späteren Zeitpunkt erneut startet, werden die Dokumente wieder in genau dem Zustand hergestellt, in dem sie verlassen wurden. Das ist echt klasse.

proseed-Redaktion: Und was gibt es sonst noch von OS X 10.7 Lion zu berichten?

Thomas Roth: Der Preis ist mit 23,99 EUR sehr moderat. Neu ist übrigens auch, dass das Betriebssystem nicht mehr auf physischen Datenträgern wie CD und DVD vertrieben wird, sondern ausschließlich über den Mac App Store zu erwerben ist. Das System muss also nur einmal erworben werden und kann dann auf allen Macs, die einem gehören, installiert werden. Ziemlich clever.

proseed-Redaktion: Was hat sich denn bei iOS verändert?

Thomas Roth: Das neue iOS 5, das Betriebssystem von iPhone, iPad, iPod Touch & Co., hat viele Neuerungen vorzuweisen. Es bietet unter anderem ein vollständig überarbeitetes Benachrichtigungs-System. Statt wie bisher laufende Anwendungen zu unterbrechen, landen die Informationen über eingehende Nachrichten im so genannten Notification Center. Das ist dezent am oberen Display-Rand untergebracht und kann durch Herunterziehen geöffnet werden. Neu ist auch die Integration eines „Newsstandes“: Darüber lassen sich Zeitungen und Magazine einzeln kaufen oder abonnieren. Mit dem Newsstand, einer App, in der alle Abonnements zusammengefasst und grafisch ansprechend aufbereitet werden, können auch neue Ausgaben automatisch heruntergeladen werden. Ebenfalls neu, die Twitter-Integration. Die Verwendung des Kurznachrichten-Netzwerks wird künftig noch einfacher, was über eine zentrale Anmeldung in den iOS-Systemeinstellungen erreicht wird. Das System erlaubt künftig, direkt aus der Kamera-App und der Fotogalerie heraus Bilder über Twitter zu verbreiten. Und dann ist noch iMessage zu erwähnen. iMessage ist ein neuer Messaging-Dienst für alle iOS 5 Benutzer. Damit kann man vom iPad, iPhone oder iPod touch unbegrenzt Nachrichten an andere senden, die auch eines dieser Geräte haben. iMessage ist in die Nachrichten App integriert, Texte, Fotos oder Videos zu versenden ist also ganz einfach. Und Gruppen-Chats sind mit dem Dienst ebenso möglich wie die Synchronisation von Unterhaltungen über mehrere Geräte hinweg.  Was viele freuen wird: Man ist mit iOS 5 nicht mehr auf einen PC oder Mac angewiesen, wenn man sein iPhone oder iPad aktivieren will bzw. Updates hochladen will. Auch eine Synchronisation mit dem heimischen Computer kann nun über das Funknetzwerk erfolgen.

proseed-Redaktion: Sie haben eben die iCloud erwähnt. Was gibt es hier Neues?

Thomas Roth: Die iCloud ist quasi ein kleiner stiller Helfer, ein neuer Dienst, der iTunes und MobileMe um spannende Funktionen ergänzt. Der Dienst ermöglicht es, Fotos, Musik, Adressen, Termine und viele andere Dateien automatisch über den PC, Mac und mobile Geräte wie das iPhone oder z.B. das iPad zu synchronisieren. Ein Beispiel: Sobald ich mir einen Song auf mein iPhone lade, stellt mein iPad automatisch die Veränderung fest und das System fragt nach, ob dieser Song auch auf das iPad heruntergeladen werden soll. Noch einfacher ist der Vorgang bei Termineinträgen, Kontakten, Dokumenten oder auch Bildern: iCloud stellt sofort fest, wenn auf einem der Geräte etwas Neues dazukommt, oder etwas Vorhandenes geändert oder gelöscht wurde und gibt diese Informationen direkt an die anderen Geräte weiter. Auch Datensicherungen können künftig nicht nur über iCloud angelegt, sondern auch auf neuen Geräten abgerufen werden. Einfach Benutzer-ID und Kennwort eingeben und schon ist der Status des iPhone 4 auf dem neuen Apple-Smartphone hergestellt. Das Tollste aber ist, dass der Dienst kostenfrei ist.

proseed-Redaktion:  Was hatte die Konferenz denn sonst noch zu bieten?

Thomas Roth: Neben den einzelnen thematischen Schwerpunkten bot die Konferenz auch ein sehr ansprechendes Rahmenprogramm, wie z.B. die Vergabe des Apple Design Awards. Abends ergab sich die Möglichkeit, mit Teilnehmern und natürlich auch mit  Mitarbeitern von Apple ins Gespräch zu kommen. Das war unglaublich spannend und hat viele Einblicke gewährt. Abschließend kann ich nur sagen, dass die die Teilnahme an der WWDC auf jeden Fall lohnenswert war. Wenn es möglich ist, bin ich nächstes Jahr wieder dabei.

proseed-Redaktion:  Herr Roth, vielen Dank für das Gespräch.

Mehr über die Betriebssysteme von Apple erfahren Sie über die Website www.apple.com.